Wort der Kirche: Karsamstag, 19.04.14

Wort der Kirche: Karsamstag, 19.04.14

Vorfreude

Wenn wir das Wort Vorfreude hören, dann denken wir meist an die Adventszeit. Ein Lied beginnt ja sogar mit diesem Wort „Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent“. Besonders die Kinder, aber nicht nur sie, freuen sich auf Weihnachten. Natürlich gibt es bei den Kindern auch eine Vorfreude auf ihren Geburtstag. Der Grund für die Vorfreude der Kinder liegt auf der Hand: Sie bekommen Geschenke zum Weihnachtsfest, aber auch zum Geburtstag. 
Gibt es auch eine Vorfreude auf das Osterfest? Ganz sicher erst einmal für alle, die in der Fastenzeit auf etwas verzichtet haben, z.B. auf Süßigkeiten, auf Alkohol, auf Zigaretten, auf Fernsehen, auf Fleisch usw. Dieses ab Ostern wieder genießen zu können, das weckt schon die Vorfreude auf Ostern. Aber das ist natürlich nicht das Entscheidende. Wir Christen glauben, dass Christus am Ostertag vom Tod auferstanden ist. Gott hat ihn auferweckt und das hat Folgen auch für uns. Der Apostel Paulus hat es einmal so ausgedrückt: Weil Christus auferstanden ist, werden auch wir einmal auferstehen. Ja, Jesus hat uns versprochen, dass wir einmal bei ihm im Himmel sein werden. Ist das nicht das größte Geschenk, was wir überhaupt bekommen können? Es ist ein Geschenk, auf das wir uns unser ganzes Leben freuen können. Gibt es ein größeres Geschenk als nach dem Tod bei Gott zu sein? Alle anderen Geschenke, die wir zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommen, sind schnell vergessen. Wer weiß denn noch, was er/sie z.B. vor fünf Jahren zum Weihnachtsfest geschenkt bekommen hat? Alles ist vergänglich. Aber das Geschenk, das Christus uns versprochen hat, begleitet uns unser ganzes Leben. Gerade Ostern dürfen wir besonders daran denken. Denn mit diesem Tag der Auferstehung Jesu beginnt gewissermaßen dieses Geschenk.
Noch ist es nicht soweit. Heute ist erst Karsamstag (und nicht wie so oft gesagt Ostersamstag). Heute sollen wir uns noch einmal besonders auf das Osterfest vorbereiten. Ich erinnere mich noch gern an meine Kindheit. Am Karsamstag haben wir Ostereier bemalt, die wir dann am Ostersonntag auf grüne Zweige gehangen haben, wir haben eine Kerze gestaltet, unsere eigene kleine Osterkerze, mit einem Kreuz, der jeweiligen Jahreszahl und den Buchstaben Alpha und Omega, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes. Christus ist der Anfang und das Ende. Das haben wir als Kinder schon verstanden.
Ja, der Karsamstag war schon ein Tag mit einer eigenartigen Stimmung, die ich nicht in Worte fassen kann. Nicht so schön fanden wir als Kinder, dass wir Mittagschlaf halten mussten. Aber es war nötig, denn spät in der Nacht gingen wir zum Ostergottesdienst in die Kirche. Wir feierten die Auferstehung Christi. Das Osterlicht nahmen wir mit unseren Kerzen nach Hause und damit auch die österliche Freude.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest! Pfarrer Norbert Sommer

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  • Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2014

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